Wirtschaft

VW kündigt Tarifverträge: Was das für das Werk in Baunatal bedeutet

VW kündigt Tarifverträge: Was das für das Werk in Baunatal bedeutet

Der Autohersteller VW kündigt zum Jahresende mehrere Tarifverträge – um Kosten zu sparen. Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet harte Einschnitte. Für das Werk in Baunatal gilt nach hessenschau-Informationen jedoch weiterhin die Beschäftigungssicherung bis 2030.

Einfahrt in ein Werksgelände. Links eine Stele mit der Aufschirft VW, davor ein Grünstreifen mit kleinen VW-Käfern (Autos).


Das VW-Werk in Baunatal.
Bild © picture alliance/dpa | Stefan Rampfel


Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat der Autohersteller Volkswagen (VW) einen Großteil seiner Tarifverträge gekündigt – darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag.

Aus Sicht des Unternehmens müssten verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck angepasst werden, teilte VW mit. Ein Sprecher wollte sich zur genauen Zahl der gekündigten Verträge nicht äußern. Der IG Metall zufolge handelt es sich um zehn.

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|Frank Wornath/Bertil Starke

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Beschäftigung in Baunatal bis 2030 gesichert

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nach Angaben des Personalvorstands der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, für die Autoindustrie und damit auch für Volkswagen gravierend verschärft.

„Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa“, teilte Meiswinkel mit. Das erhöhe den Preis- und Wettbewerbsdruck enorm. Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 müssten daher schnell und konsequent umgesetzt werden.

Konkrete Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsicherheit am Standort Baunatal (Kassel) hat das zunächst nicht, wie die hessenschau aus Unternehmenskreisen erfuhr. Der sogenannte Zukunftstarifvertrag ist demnach nicht von den Kündigungen betroffen. Darin ist die Beschäftigung bis Ende 2030 gesichert.

Gewerkschaft: „Übles Foul“

Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet dennoch harte Einschnitte für die Beschäftigten. Erste Folgen könnten VW-Beschäftigte nach Angaben der Gewerkschaft von Januar 2027 an spüren. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand an.

„Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen“, teilte Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger mit. Das werde man nicht hinnehmen. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnete mit einer „heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel“.

Arbeitnehmer zweifeln an früheren Zusagen

Am Mittwoch trafen sich Vertreter von Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch. Die Arbeitnehmer verlangten Klarheit darüber, ob und wie VW die Zusagen aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 einhält.

Diese Abmachungen sahen sie angesichts der deutlich verschärften Sparpläne in Gefahr. Das Management wollte im Gegenzug erklären, warum die damals vereinbarten Einsparungen aus seiner Sicht nicht mehr ausreichen.

Der Tarifabschluss 2024 war hart erkämpft worden. Der Kompromiss sieht den Abbau von 35.000 VW-Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Außerdem wurden Boni und Zulagen gekürzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt.

Europas größter Autobauer verzichtet im Gegenzug auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen – und sagte Investitionen und neue Produkte für die deutschen Standorte zu.

VW plant weiteren Stellenabbau

Anfang September hatte sich der Aufsichtsrat auf einen „Zukunftsplan“ des Vorstands geeinigt, der Volkswagen deutlich profitabler machen soll. Weltweit will der Vorstand in den kommenden Jahren unter anderem 50.000 Stellen streichen – zusätzlich zu den bisherigen Abbauplänen im Konzern.

Marken und Gesellschaften sind demnach beauftragt, die Pläne auszuarbeiten. Die Hälfte der Stellen könnte an deutschen Standorten entfallen. Die Auswirkungen auf das Werk in Baunatal sind noch offen.

Konkrete Programme müssen erst mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.

Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/vw-kuendigt-tarifvertraege-was-das-fuer-das-werk-in-baunatal-bedeutet-v1,vw-tarifvertraege-100.html

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