Die Geschichte von Amalie Blühdon, einer deutschen Jüdin, und den Bemühungen sicherzustellen, dass sie nie vergessen wird, ist eine bewegende Erzählung. Amalie wurde 1864 in Dortmund, Deutschland, geboren. Nachdem ihr Mann 1933 gestorben war und die Nazis ein Verbot gegen Geschäfte mit Juden erließen, musste Amalie das Familienunternehmen auflösen und nach Wiesbaden ziehen. Dort wurde sie, wie Millionen anderer Juden, in die Strudel des Holocaust gezogen.
Amalie ist keine Verwandte des Autors. Dennoch teilen sie die gleiche Wohnadresse in Wiesbaden. Ihr Name ist auf einem Gedenkstein vor dem Haus eingraviert. Sie starb in einem Konzentrationslager und ist eine der tausenden Opfer des Nazi-Terrors, die im Stolpersteine-Projekt verewigt sind. Dieses Projekt zielt darauf ab, die Namen und Leben der Opfer des Holocausts durch Gedenksteine in verschiedenen deutschen Städten zu bewahren.
Gunter Demnig, ein Künstler aus Köln, hat mehr als 22.000 dieser Gedenksteine in ganz Deutschland verlegt. In Wiesbaden liegen 392 Steine an 167 Orten. Jeder kann Pate für einen Gedenkstein werden, der 105 Euro kostet. Diese Steine erinnern an die Opfer des Holocaust und andere Opfer des Nazi-Regimes. In einer feierlichen Zeremonie vor dem Haus, in dem der Gedenkstein liegt, wird die Biografie des Opfers verlesen und Blumen niedergelegt.
Zu den Paten gehört auch die Nachbarin des Autors, Angelika Thomas-Semm, die Amalies Gedenkstein gesponsert hat. Die symbolische Geste des Bückens, um die Namen auf den Steinen zu lesen, ehrt die Toten. So wurde Amalies Name in ihrer letzten echten Heimat auf Niederwaldstrasse geehrt. Ihr Leben wird durch dieses Projekt in Erinnerung behalten, und ihre Geschichte wird weitergegeben.


