Dieselbe Show wie vor einem Jahr: Mit seiner „Arena Tour“ hat Apache 207 am Freitag zum zweiten Mal die Frankfurter Festhalle gefüllt. Das funktioniert – weil der Mann weiß, wie man seine Fans begeistert.

Ein Mann und sein Flugzeug: Apache 207 mit spektakulärem Bühnenbild.
Bild © Feder Musik | Pepe Urbanczyk
Der Straßenmusiker vor der Festhalle scheint sich im Termin geirrt zu haben: „Nothing Else Matters“ von Metallica hätte besser zu dem Konzert vor vier Monaten im Waldstadion gepasst als zu diesem Abend.
Und der DJ, der statt einer Vorband dem Publikum einheizt, ist in vielen Genres unterwegs: „Du bist gut genug“ von KitschKrieg, Blumengarten und Shirin David spielt er, auch „Rhythm Is a Dancer“ von Snap.
Audio
00:49 Min.|Alexandra Müller-Schmieg
Tatsächlich steht diese wilde Mischung sinnbildlich für den Abend und die Musik von Apache 207: viele Balladen, aber auch alle Hits zum Mitsingen und -tanzen, von „Roller“ bis „200km/h“ und „Komet“.
Genau dafür sind die Fans aller Altersklassen gekommen, viele schon zum zweiten oder dritten Mal, denn mit dieser Show ist der Mannheimer nicht zum ersten Mal in Frankfurt.
Fantastische Bühnenshow
Wer die fantastische Bühnenshow erlebt hat, kann sie verstehen: Alles spielt sich auf einem riesigen Flugzeug ab, das mitten in der Festhalle aufgebaut ist. 27 Meter ist es lang, die Flügel reichen weit in den Zuschauerraum hinein.

Das Bühnenflugzeug wurde immer wieder in verschiedene Farben getaucht.
Bild © Feder Musik | Pepe Urbanczyk
Zu Beginn scheint ein Laser das Flugzeug symbolisch der Länge nach zu zerteilen. Im weiteren Verlauf wird immer wieder mit der Anordnung gespielt: Mal befindet sich Apache quasi im Passagierraum, mal balanciert er auf dem Flieger.
Die gigantische Lightshow taucht das Flugzeug in unterschiedliches Licht, Muster werden projiziert, Flammen schlagen hoch, es gibt Donnerschläge, die durch Mark und Bein gehen.
Autogramme und Selfies, immer mit dem Mikro in der Hand
Für das Bad in der Menge, das Apache ausgiebig zelebriert, wandert er einmal um die komplette Bühne, klatscht ab, posiert für Selfies und schreibt Autogramme – immer mit dem Mikrofon in der Hand.
Einen Fan mit Sonnenbrille und schwarzem Zopf („Du siehst ja mehr aus wie ich als ich selber“) nimmt er gleich mit auf die Runde.
Auch an die Fans in den Rängen ist gedacht: Auf einem Hubwagen, der wie eine riesige flauschige Wolke dekoriert ist, kreist der 28-Jährige um den Flieger und filmt seinerseits die Leute, die ihm die Smartphones entgegenhalten.
Fans vom Schulkind bis zum Groupie
Gegen Ende holt er eine Handvoll Fans auf die Bühne, vom Schulmädchen bis zum Groupie im fortgeschrittenen Alter, und lässt sie seinen Hit „Miami“ ansagen.

Profi Apache überlässt nichts dem Zufall: Bühnenfotos vom Konzert gab es nur vom Veranstalter.
Bild © Feder Musik | Pepe Urbanczyk
Das wirkt – wie das ganze Programm – knallhart durchgeplant. Auch lässt sich nach fast 40 Auftritten eine gewisse Routine wohl nicht vermeiden. Aber die Warmherzigkeit, mit der Apache seinen Fans begegnet, wirkt echt und versöhnt mit den manchmal etwas lieblosen Ansagen.
Starke Stimme, fantasielose Arrangements
Als „unverwechselbare Mischung aus R’n’B, 80s-Vibes, Eurodance und modernen Hip-Hop“ beschreibt Apache seine Musik auf seiner Homepage selbst.
Das trifft den Stil zwar recht gut, aber trotz der unterschiedlichen Einflüsse wirken die mehr als 20 Songs des Abends in ihrer Struktur und ihren Arrangements oft erstaunlich ähnlich.
Aber Apaches starke Stimme und die ausgezeichneten Livemusiker versöhnen mit den etwa fantasielosen Arrangements und mit der bescheidenen Akustik der Festhalle.

Für das stimmungsvolle Lichtermeer hatten die Zuschauer Armbändchen bekommen, die passsend zur Bühnenshow die Farbe wechselten.
Bild © Feder Musik | Pepe Urbanczyk
„Schlager-Rapper“, der begeistert
Von den Deutschrap-Wurzeln seiner frühen Karriere ist an diesem Abend nur wenig zu spüren. Hier ist nichts edgy oder anstößig wie noch vorige Woche bei Rapper-Kollege Haftbefehl. Text und Musik wirken bei Apache – abgesehen von der Lautstärke – sehr familienfreundlich.
Als „Schlager-Rapper“ hat das Musikmagazin laut.de Apache 207 einmal charakterisiert, und das ist an diesem Abend als Kompliment zu verstehen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/apache-207-bringt-fans-in-frankfurt-auch-in-runde-zwei-zum-fliegen-v1,konzert-apache-207-frankfurt-festhalle-100.html

