Kultur

Bad Hersfeld legt nach Festspielen drauf: 400.000 Euro Defizit

Bad Hersfeld legt nach Festspielen drauf: 400.000 Euro Defizit

Im Sommer als großer künstlerischer Erfolg gefeiert, präsentieren sie nun die Rechnung: Die 75. Festspiele in Bad Hersfeld haben nach einer ersten Bilanz der Stadt ein Minus von 400.000 Euro eingefahren. Die Gründe sind vielfältig.

Bad Hersfeld legt nach Festspielen drauf: 400.000 Euro Defizit


Das Musical „Something Rotten“ bei den 75. Bad Hersfelder Festspielen in der Stiftsruine in Bad Hersfeld war ein großer Erfolg – aber kostete extra.
Bild © picture alliance / Eibner-Pressefoto | Socher/ Eibner-Pressefoto


Die Bad Hersfelder Festspiele haben in ihrer Jubiläumssaison in diesem Jahr ein ordentliches Minus eingefahren. Das ergibt zumindest eine Hochrechnung im Risikobericht des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt. Die endgültige Bilanz stehe zwar noch nicht fest, aber die Stadt rechnet nach eigenen Angaben mit einem Defizit von rund 400.000 Euro. Zuerst hatte die HNA über dieses Defizit berichtet.

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|Paul Moosbacher

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„Während die im Haushalt veranschlagten Ziele für die Auslastung der Stücke sogar übertroffen wurden, haben sich für einige andere Bereiche leider Mehrkosten ergeben, mit denen wir im Vorfeld nicht kalkulieren konnten“, bedauert Bürgermeisterin Anke Hofmann (parteilos). Darunter fielen etwa gestiegene Personal- und Materialkosten sowie Kosten im Bereich der Technik.

Aufgrund der hohen, aber nicht erwarteten Auslastung von 99 Prozent des Musicals „Something Rotten“ seien zudem deutlich höhere Tantiemen angefallen, die nicht durch weniger zu zahlende Tantiemen bei anderen Stücken mit geringerer Auslastung hätten ausgeglichen werden können.

Vergangene Jahre hätten gezeigt, dass es „zu unerwarteten Veränderungen und Verschiebungen kommen kann, die – für die Stadt Bad Hersfeld gesehen – die Festspiele ebenso treffen können wie andere Bereiche“.

Umstrukturieren, kalkulieren und kontrollieren

Auch auf der Einnahmenseite verzeichnet der Bereich Festspiele Einbußen: Subventionen und Sponsorengelder seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zudem befinde man sich wie viele Kommunen in Hessen und Deutschland in einer „prekären finanziellen Lage“, die vor allem die Bereiche Kunst und Kultur hart treffe.

Die Intendantin der Festspiele, Elke Hesse, betonte, man müsse die Zukunft und die Gestaltung der Festspiele weit über die nächste Spielzeit hinaus überdenken und einiges umstrukturieren. Dafür sollen Intendanz und Verwaltung bei der Aufstellung des Haushaltsplanes für das kommende Jahr eng zusammenarbeiten.

Die Bürgermeisterin verspricht in diesem Zusammenhang „sorgfältige Kalkulation“ und „engmaschige Kontrolle“. Derzeit arbeite man an einem neuen Zahlenwerk. Voraussichtlich Ende des Jahres wird der Haushaltsplan, der auch die Festspiele umfasst, in den städtischen Gremien vorgestellt – die Abgeordneten müssen dann über den Inhalt beraten und abstimmen.

„Theatersommer voller Höhepunkte“

Die 75. Bad Hersfelder Festspiele waren Mitte August mit einer Abschluss-Gala mit viel Musik und Gesang in der Stiftsruine zu Ende gegangen. Künstlerisch und in Bezug auf die Zuschauerzahlen zog die Intendantin ein positives Fazit. 85.755 Menschen seien zu den Vorstellungen des renommierten Freilicht-Theaterfestivals gekommen.

Die Auslastung habe bei 88,2 Prozent gelegen. Der Etat lag bei 7,6 Millionen Euro und damit eine gute Million unter dem Etat des Vorjahres. In der Saison 2027 sei mit keinen weiteren Kürzungen zu rechnen.

Auch die Bürgermeisterin sprach zum Abschluss der Festspiele von einem „Theatersommer voller Höhepunkte“ und zog ein „überaus positives Fazit“. Auch der Vorverkauf für die neue Saison sei bereits „sehr gut angelaufen“.

2027: Bühnenklassiker und „Ödipussi“ als Bühnenpremiere

Mit sieben Produktionen und neu interpretierten Bühnenklassikern starten die Bad Hersfelder Festspiele im Sommer 2027 in ihre 76. Saison. Die Festspiele laufen dann vom 18. Juni bis 15. August. Neu im Programm sind auf der Bühne in der Stiftsruine die Stücke „Jedermann wird Jedermensch“, „Im weißen Rössl“ und „Was ihr wollt“.

Auf der Nebenbühne in Schloss Eichhof stehen „Achtsam Morden Teil II“ und Loriots „Ödipussi“, erstmals als Bühnenfassung, auf dem Spielplan.

Im Rahmenprogramm wird Schauspiel-Star Lars Eidinger mit „Hauspostille“ ein Bühnenprogramm aus Rezitation und Gesang zu Bertolt Brechts berühmter Gedichtssammlung präsentieren. Der Schauspieler und hessische „Tatort“-Ermittler Ulrich Tukur spielt mit den „Rhythmus Boys“ ein Konzert.

Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/bad-hersfeld-legt-nach-festspielen-drauf-400000-euro-defizit-v2,defizit-festspiele-hersfeld-100.html

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