Verkehr

Bau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt verzögert sich weiter – mit deutlichen Auswirkungen

Bau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt verzögert sich weiter – mit deutlichen Auswirkungen

Der Neubau der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt verzögert sich weiter. Weil die Deutsche Bahn benötigte Sperrzeiten frühestens ab 2030 einräumt, droht Fahrgästen zwischen Griesheim und Darmstadt eine jahrelange Unterbrechung.

Eine Straßenbahn fährt über die gesperrte Rheinstraßenbrücke in Darmstadt


Straßenbahnen dürfen nur noch bis Ende 2027 über die Rheinstraßenbrücke fahren.
Bild © Uwe Gerritz (hessenschau.de)


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Es ist eine Hiobsbotschaft für alle, die mit der Straßenbahn zwischen Griesheim (Darmstadt-Dieburg) und Darmstadt pendeln: Wie jetzt bekannt wurde, schiebt sich der Beginn des Neubaus der Rheinstraßenbrücke in Darmstadt weiter nach hinten.

Die bisherige, marode Brücke ist seit Ende 2023 für Autos gesperrt, nur noch Straßenbahnen dürfen sie nutzen. Ende 2027 soll die Brücke dann komplett abgerissen werden. Weil die zuständige DB InfraGO die für den Neubau erforderlichen Sperrzeit erst frühestens ab 2030 zulässt, entsteht eine mehrjährige Lücke. Erst danach kann der eigentliche Neubau beginnen – die Fertigstellung wird derzeit für 2031 erwartet.

Eine mehrspurige Straße ist weiträumig abgesperrt, keine Autos sind zu sehen.


Der Sperrbereich rund um die Rheinstraßenbrücke in Darmstadt.
Bild © Milena Pieper (hr)


Bisher war geplant, dass diese Sperrzeit etappenweise eingerichtet wird. Dass daraus nichts wird, steht schon seit August fest und ist jetzt durch eine Recherche des Darmstädter Echo bekannt geworden. Demnach will die Deutsche Bahn frühestens 2030 eine Sperrzeit für den Neubau zulassen – zuletzt waren 2028 und 2029 im Gespräch.

Die Deutsche Bahn war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen. Der für den Bau zuständige Dezernent Paul Georg Wandrey (CDU) sagt aber: „Die Bahn hat bundesweit zahlreiche eigene Großbauprojekte, die sie gegenüber der Rheinstraßenbrücke priorisiert.“ 

Eine Brücke ohne Stützpfeiler mit braunem Cortonstahl, so ist die Rheinstraßenbrücke geplant


Eine Brücke ohne Stützpfeiler mit braunem Cortenstahl, so ist die Rheinstraßenbrücke geplant.
Bild © Wissenschaftsstadt Darmstadt


Neue Planung sollte Unabhängigkeit bringen

In der Darmstädter Stadtpolitik regt sich Unmut über diese Entscheidung der Deutschen Bahn. Eigentlich hatte sich die Stadt unabhängig von der Deutschen Bahn machen wollen und dafür sogar die Brücke nochmal komplett umgeplant – ohne Brückenpfeiler. So konnte die benötigte Sperrzeit von ursprünglich 246 auf 56 Tage verringert werden.

Hintergrund dieser Maßnahme: Der Neubau ist nur während sogenannter Sperrzeiten möglich. Dann wird der Bahnverkehr unter der Brücke zeitweise eingestellt, damit die Bauarbeiten sicher durchgeführt werden können.

„Wir brauchen diese Sperrzeiten und hatten kurzzeitig sogar ein juristisches Vorgehen in Betracht gezogen“, sagt Dezernent Paul Georg Wandrey. Es sei aber auch klar, dass man an einem Strang ziehen und konstruktiv zusammenarbeiten müsse.

Grafik: Konstruktionszeichnung einer Brücke, bei der drei Zustände - Bestand, Rückbau, Neubau - farblich abgesetzt eingezeichnet sind.


Keine Stützpfeiler, dafür ein großes Brückenteil. So könnte die Rheinstraßenbrücke bald aussehen.
Bild © Wissenschaftsstadt Darmstadt, Bearbeitung: hessenschau.de


Fest steht: Die Verzögerung könnte die Stadt Darmstadt auch Geld kosten. Denn je später man beginne, desto höher können die Baukosten sein, befürchtet Wandrey. Bislang sind laut Echo rund 130 Millionen Euro als Kosten für den Neubau eingeplant.

Verzögerter Neubau kostet Zeit und Nerven

Für die Darmstädterinnen und Darmstädter hat das Fehlen der Brücke große Auswirkungen, denn sie ist die meistbefahrene Zufahrtsstraße nach Darmstadt – täglich 50.000 Fahrzeuge und rund 250 Straßenbahnen rollen darüber. Der Neubau soll die Tragfähigkeit erhöhen und Autos, Straßenbahnen, Fahrräder und Fußgänger besser voneinander trennen.

Momentan sind die Umfahrungen zu Stoßzeiten verstopft, sie kosten Zeit und Nerven. Es können zwar noch Straßenbahnen über die marode Brücke fahren, damit ist aber spätestens mit dem Abriss Ende 2027 Schluss.

Griesheim trifft es besonders hart

Besonders trifft das dann freilich die Menschen, die mit der Straßenbahn zwischen Griesheim und Darmstadt pendeln. Sie müssen dann bis zur Fertigstellung der Brücke voraussichtlich 2031 mit dem Schienenersatzverkehr fahren – der ist allerdings deutlich länger unterwegs.

Wie die Stadt Griesheim über die neu bekanntgewordenen Verzögerungen denkt, ist nicht bekannt. Auf eine hessenschau-Anfrage antwortete die Stadt bislang nicht.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/bau-der-rheinstrassenbruecke-in-darmstadt-verzoegert-sich-weiter—mit-deutlichen-auswirkungen-v1,neubau-rheinstrassenbruecke-verzoegert-100.html

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