Kultur

Darüber diskutiert die Buchmesse am Donnerstag: KI, Ostalgie, Leben und Sterben

Darüber diskutiert die Buchmesse am Donnerstag: KI, Ostalgie, Leben und Sterben

Auf der Frankfurter Buchmesse diskutieren Promis, Autorinnen und Autoren die gesellschaftlich-politischen Themen unserer Zeit. Die Gespräche auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat können Sie live bei uns verfolgen. Eine Auswahl der Highlights vom Donnerstag.

Zwei Männer mit Mikrofonen auf einer Bühne


Liedermacher Wolf Biermann (li.) zu Gast auf der Literaturbühne.
Bild © Carolin Glomp (hr)


Livestream

Frankfurter Buchmesse 2026: Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat

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Auch wenn die Buchmesse-Tage Mittwoch und Donnerstag dem Fachpublikum vorbehalten sind: Sie können große Debatten ab 11 Uhr im Livestream der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat“}]}“>ab 11 Uhr im Livestream der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat verfolgen. Die Highlights am Donnerstag (und was sonst noch los war).

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00:50 Min.
|Yvonne Koch

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Auf der Literaturbühne

Am Donnerstag tourte Ex-Wirtschaftsminister und -Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) mit seinem Buch „Arctic Meltdown“ über die Buchmesse und nahm dabei einige Termine wahr. Auf der Literaturbühne forderte er eine europäische Arktis-Strategie und auch Deutschland müsse bei dem Thema mit einer Stimme sprechen. Habeck reflektierte seine Zeit als aktiver Politiker, die ihm „sehr viel Macht und sehr viele Möglichkeiten und das Privileg, in meiner Zeit die Dinge ein Stück weit so zu beeinflussen, wie man denkt, dass sie richtig sind“ geboten habe.

Kurz vor seinem 90. Geburtstag sprach Liedermacher Wolf Biermann am frühen Donnerstagmittag auf der ARD-Bühne über das gerade erschienene Tagebuchwerk „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“. Seit seiner frühen Jugend führt Biermann Tagebuch. „Aus Gründen, die ich nicht weiß, habe ich alles aufgeschrieben“, so der Musiker. Im Grunde sei er wie ein Stasi-Spitzel gewesen – „aber ohne Führungsoffizier, nur für mich selbst.“

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03:30 Min.
|Antje Bonhage

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Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk edierte nun erstmals Auszüge aus diesen Tagebüchern. Sie geben Einblicke in das Leben des DDR-Dissidenten. Er analysiert sich selbst darin genauso schonungslos wie seine Zeitgenossen, etwa Politiker wie Walter Ulbricht und Helmut Kohl, oder auch den Philosophen Jean-Paul Sartre. Biermann gab am Mittwochabend ein Konzert, die Veranstaltung war der Auftakt zu seiner neuen Tour.

Gesprächsformat „Sheroes“ mit existenziellen Themen

Beim Gesprächsformat „Sheroes“ auf der Literaturbühne begrüßte Moderatorin Jagoda Marinić die Autorinnen Nora Bossong und Marica Bodrožić zu einem intensiven Talk zu den Themen Sterben und Glauben. Bodrožić beschreibt in ihrem aktuellen Buch „Sterben“ ihr Dazwischenjahr. Ein Jahr zwischen einer Diagnose, die den Tod bedeuten kann, und ihrer Genesung. „Es ist atmenberaubend schön, dieses Geschenk des Lebens“, das wisse sie jetzt. Sie habe sich in diesem Jahr so tief kennengelernt, wie nie zuvor. „Aber ich wollte über die Autorität des Todes schreiben.“

In ihrem Buch „Welt mit anderen Mitteln: Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“ widmet sich Nora Bossong den ebenfalls existenziellen Themen Glaube und Religion. Auch Bossong erlebte eine Krise, als ihr Vater während Corona starb. „Ich habe damals den Glauben an die Literatur verloren.“ Sie wisse um die Gefahren, die von Religion ausgehen können – Stichwort Fundamentalismus. „Aber wir sollten nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten.“ Religion und Glaube könnten Sinn und Trost geben. Das könne der Gesellschaft als Ganzes helfen. „Wir müssen Religion besser verstehen und auch theologisch besser werden“, so die überzeugte Katholikin.

Auf dem Messegelände

Neben Demokratie und Extremismus gehören der Einsatz und die Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI) zu den Hauptthemen der Messe. Die Autorin Nina George und der Psychologe Hans Neubauer warnten am Donnerstagmorgen vor der unreflektierten (und unregulierten) Nutzung von KI. Sie habe nicht nur Urheberprobleme, hohen Ressourcenverbrauch und Datenschutzprobleme.

Menschen würden wichtige Kompetenzen verlieren, wenn sie KI nutzen, so Neubauer, und in ein Stadium der Infantilität zurückfallen. Dass Menschen dies freiwillig tun, erklärte er mit einem in die Technik eingebauten Lob des Nutzers und mit dessen Bedürfnis nach Austausch.

Nina George erinnerte daran, dass Menschen sich nicht mehr mit den Konsequenzen von Entscheidungen auseinander setzten müssten, wenn sie diese an die KI auslagern. Eine aus ihrer Sicht positive Nachricht: Jugendliche würden sich zunehmend von der KI-Nutzung abwenden.

Offizieller Termin des Tages: Mit Chile stellte sich das Gastland der Buchmesse 2027 vor.

Weitere Informationen

Mehr zur Buchmesse Frankfurt 2026

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Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/buchmesse/darueber-diskutiert-die-buchmesse-am-donnerstag-ki-ostalgie-leben-und-sterben-v4,buchmesse-tipps-donnerstag-100.html

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