Ein autonomer Lkw ohne Fahrerkabine pendelt nachts zwischen Lager und Filiale eines Supermarkts im nordhessischen Edermünde. Noch begleitet ihn ein Mitarbeiter zur Sicherheit. Experten sehen in dem Pilotprojekt einen Vorgeschmack auf die Zukunft des Güterverkehrs.

Der autonom fahrende Lkw des schwedischen Herstellers Einride ist 7 Meter lang, 2 Meter breit und kann mit 15 Europaletten beladen werden.
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Schon seit ein paar Wochen fährt nachts ein futuristisch anmutender Lkw durch Edermünde (Schwalm-Eder). Das Fahrzeug fährt autonom, es besitzt keine Kabine mit Fahrerstand. Weil es ein Feldversuch ist, fährt ein Mitarbeiter mit einer Fernsteuerung hinterher – zur Sicherheit.

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Der Lkw verbindet ein Zentrallager der Supermarktkette Lidl mit einer Filiale um die Ecke. Mit 15 bis 25 km/h fährt er bis zu dreimal nachts die Strecke von 500 Metern.
Die Testphase dauert vier Monate. Das Kraftfahrtbundesamt hat hier zum ersten Mal eine Zulassung für einen autonom fahrenden und kabinenlosen Lkw erteilt.
Lidl arbeitet bereits seit 2017 mit dem schwedischen Hersteller Einride zusammen. Vorgestellt hat die Supermarktkette das Projekt erst diese Woche, zeitgleich mit der Fachmesse „IAA Transportation“ in Hannover.
„Deutschland war da wirklich sehr früh“
Professor Steven Peters von der TU Darmstadt sieht Deutschland bei der Zulassung voll autonomer Fahrzeuge weit vorn. „Das muss man auch mal wirklich explizit loben, weil gerne behauptet wird, wir wären so langsam.“
Deutschland sei hier „wirklich sehr früh,“ sagt Peters. Und die Premiere im nordhessischen Edermünde sei erst der Anfang.

Prof. Steven Peters leitet das Fachgebiet Fahrzeugtechnik an der TU Darmstadt
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Der Lkw-Güterverkehr werde in den kommenden zehn Jahren auf den Langstreckenachsen „zum großen Teil oder zum signifikanten Teil auch fahrerlos funktionieren“, schätzt Peters.
Bis in die Innenstädte kommen vollautonome Fahrzeuge aber nicht so schnell. „Ich glaube eher, dass es erst mal ein Hub-to-Hub-Verkehr ist, also einer, bei dem ich von zentralen Lagern zu anderen verteilenden Lagern über die Autobahn fahre.“
Lidl: Keine Arbeitsplätze bedroht
Arbeitsplätze seien durch zunehmende Autonomie nicht bedroht. Es gebe vielmehr einen Fahrermangel in der Branche, sagt Peters.
„In Deutschland fehlen aktuell zwischen 80.000 und 120.000 Berufskraftfahrer“, klagt auch Thomas Dangelmayer, Leiter der operativen Logistik bei Lidl Deutschland. „Autonome Systeme sind eine ergänzende Lösung, können künftig routinierte Strecken übernehmen und so zur Entlastung der Logistikbranche beitragen.“

Ein autonom fahrender Kleinlaster des schwedischen Herstellers Einride pendelt nachts zwischen Zentrallager und einer Supermarkt-Filiale in der Nähe.
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Christoph Frank, Geschäftsführer der Jung Spedition in Kassel, pflichtet bei. „Wir sehen nicht, dass das Projekt in Konkurrenz zu uns steht, ganz im Gegenteil begrüßen wir den Innovationsschub.“
Frank hofft, dass in Zukunft noch mehr solcher Fahrzeugen auf die Straße kommen. Das wird schon bald Realität werden. Nach einer erfolgreichen Testphase in Edermünde soll das Projekt laut Lidl auf einen weiteren Standort ausgeweitet werden.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/edermuende-fahrerloser-lkw-kurvt-nachts-zum-lidl-markt-v1,supermaerkte-setzen-auf-autonome-lkw-104.html

