Frankfurt will bis 2045 klimaneutral heizen. Die Stadt setzt dabei auf Fernwärme, Wärmepumpen und neue Wärmequellen. Die Opposition kritisiert vor allem die hohen Kosten.

Quelle fürs Heizen: Die Fernwärme soll in Frankfurt ausgebaut werden.
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Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat den kommunalen Wärmeplan beschlossen. Mit den Stimmen der Römer-Koalition aus CDU, Grünen, SPD und Volt bekam die Vorlage am Donnerstagabend die nötige Mehrheit.
Der Plan soll den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 vorgeben. Dazu soll auch das Stromnetz ausgebaut und digitalisiert werden, wie die Stadt am Freitag mitteilte.
Nicht überall in der Stadt soll die gleiche Lösung greifen: In dicht bebauten Gebieten kann demnach Fernwärme eine wichtige Rolle spielen, in weniger bebauten Vierteln kommen eher dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen infrage. „Die Wärmewende wird nicht mit einer einzigen Technik gelingen“, sagte Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne).
Frankfurt brauche einen Mix aus Netzen, erneuerbaren Wärmequellen, Wärmepumpen und effizienteren Gebäuden. Die Einteilung eines Gebiets schreibe keinen Anschluss etwa an das Fernwärmenetz vor. Es gehe vielmehr darum, die zu erwartende Entwicklung bei der Wärmeversorgung aufzuzeigen.
Fernwärme soll ausgebaut, Gas zurückgedrängt werden
Dennoch: Der Ausbau der Fernwärme ist ein Schwerpunkt des Plans. Gleichzeitig soll der Einsatz fossiler Energien wie Erdgas Schritt für Schritt zurückgehen. Auch das Stromnetz soll dafür ausgebaut und digitalisiert werden, etwa weil künftig deutlich mehr Wärmepumpen Strom benötigten.
Die Stadt setzt bei der künftigen Wärmeversorgung auf weitere Quellen. Dazu gehören unter anderem Wärme aus der Luft, Abwärme aus Rechenzentren und Industrie, Klärwasser und Geothermie.
Opposition kritisiert Kosten und Fernwärme
Der Umbau der Wärmeversorgung dürfte teuer werden. Die Stadt schätzt die Kosten für die Umsetzung des Wärmeplans bis 2045 auf rund 14 Milliarden Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Kosten für die energetische Sanierung von Gebäuden. Der Ausbau des Stromnetzes ist in dieser Schätzung allerdings noch nicht enthalten.
Die Opposition aus Linke, FDP und AfD kritisieren die Höhe der erwarteten Kosten. Auch die Rolle des Energieversorgers Mainova beim Ausbau der Fernwärme ist umstritten. Kritiker sehen eine starke Abhängigkeit wie etwa am Frankfurter Riedberg – und befürchten steigende Fernwärmepreise.
Die Stadt betont dagegen, dass die Wärmeversorgung langfristig nicht nur klimaneutral, sondern auch bezahlbar und sicher sein müsse.
Was bedeutet der Plan für Frankfurter Haushalte?
Der Wärmeplan ist vor allem eine Orientierung für die kommenden Jahre. Wer heute eine neue Heizung einbaut oder ein Gebäude saniert, soll damit besser einschätzen können, welche Wärmeversorgung in seinem Stadtteil künftig möglich sein könnte. Eine bestimmte Heizungsart müssen Hauseigentümer nicht einbauen.
Die Stadt will dafür sogenannte Energiewendeviertel einrichten. Dort sollen beispielsweise der Ausbau von Wärmenetzen, Straßenarbeiten und Klimaanpassungsmaßnahmen besser aufeinander abgestimmt werden. So sollen Straßen möglichst nicht mehrfach für unterschiedliche Infrastrukturprojekte aufgerissen werden.
Der Wärmeplan wird außerdem nicht für immer festgeschrieben. Die Stadt will ihn alle fünf Jahre überprüfen und anpassen. Neue technische Entwicklungen und Erfahrungen aus der Umsetzung sollen dabei berücksichtigt werden.
„Der Wärmeplan ist kein Schlussstrich, sondern der Startpunkt für die Umsetzung“, sagte Zapf-Rodríguez. „Dafür müssen wir jetzt konkrete Projekte auf den Weg bringen.“
Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/frankfurter-waermeplan-das-bedeutet-er-fuer-heizung-stromnetz-und-fernwaerme-v1,frankfurt-waermeplanung-104.html


