Wirtschaft

Gewalt in Zügen: Bahn testet Bodycams mit Tonaufzeichnung in Hessen

Gewalt in Zügen: Bahn testet Bodycams mit Tonaufzeichnung in Hessen

Fast 1000. Angriffe auf ihre Mitarbeiter zählt die Deutsche Bahn bundesweit im ersten Halbjahr 2026. In Hessen und drei anderen Ländern testet der Konzern ab jetzt neue Bodycams für Zugbegleiter. Diese sollen trotz anfänglicher Bedenken von Datenschützern auch Ton aufnehmen.

Ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn trägt eine Bodycam an einem Band um den Hals.


Bodycams der Deutschen Bahn werden in kritischen Situationen aktiviert.
Bild © picture alliance/dpa | Deutsche Bahn/Volker Emersleben


Für mehr Sicherheit im Zug testet die Deutsche Bahn zwei Monate lang Bodycams mit Tonaufzeichnung. 25 Beschäftigte von DB Regio in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und im Saarland nehmen seit Montag an dem Pilotprojekt teil, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Audiofunktion soll bei Konflikten mit Fahrgästen mögliche Übergriffe dokumentieren. Über den Start des Pilotprojekts hatte zuvor der SWR berichtet.

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Übergriffe an der Tagesordnung

Im ersten Halbjahr 2026 kam es der DB Regio zufolge deutschlandweit zu 989 Übergriffen auf Mitarbeitende. Darunter waren 781 Fälle etwa von Schubsen oder Bespucken sowie 185 Fälle versuchter Körperverletzung. „Leider waren auch 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Opfer schwerer Körperverletzungen“, hieß es.

Was hessische Zugbegleiter im Dienst erleben, lesen Sie hier. In der Pfalz war im Februar war der Zugbegleiter Serkan Calar von einem Fahrgast ohne Ticket tödlich verletzt worden.

Bahn hofft auf deeskalierende Wirkung

Bei einer aktivierten Bodycam können die Beschäftigten zusätzlich zum Bild auch Ton aufzeichnen. Die Bahn verspricht sich davon eine deeskalierende Wirkung und eine bessere Aufklärung von Straftaten.

Nach der Pilotphase soll die Tonaufzeichnung schrittweise bundesweit eingeführt werden.

Bodycams bei Bahn-Personal sind in Hessen keine völlige Neuheit: Am Frankfurter Hauptbahnhof sind beispielsweise bereits Beschäftigte mit Körperkameras ausgestattet. Diese können aber bislang nur Bilder aufzeichnen.

Datenschützer hatten zunächst Bedenken

Die Pläne zum Einsatz von Bodycams mit Tonaufzeichnung waren bei Datenschützern in Hessen zunächst auf Bedenken gestoßen. Die Nutzung von Körperkameras stelle „einen starken Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Personen dar“, hatte der Landesdatenschutzbeauftragte, Alexander Roßnagel, noch Anfang des Jahres gegenüber verschiedenen Zeitungen gesagt.

Nun hieß es von der Bahn, der Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit sei in den Prozess eingebunden.

Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/gewalt-in-zuegen-bahn-testet-bodycams-mit-tonaufzeichnung-in-hessen-v1,bodycams-bahn-testlauf-100.html

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