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Gewerkschaft GEW und Schüler vermissen Plan beim Hitzeschutz an Schulen

Gewerkschaft GEW und Schüler vermissen Plan beim Hitzeschutz an Schulen

Der Hitzeschutz an hessischen Schulen ist noch immer mangelhaft. Das kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Gemeinsam mit Schülervertretern hat die GEW eine landesweite Strategie für mehr Schutz gefordert.


Beim Hitzeschutz müssen Schüler und Lehrer oftmals kreativ werden.
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)


Nach den hohen Temperaturen in diesem Sommer sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bei den meisten Schulgebäuden in Hessen Handlungsbedarf beim Hitzeschutz.

„Systematische Bestrebungen für einen besseren Hitzeschutz an den hessischen Schulen hat es bislang nicht gegeben“, bemängelt der GEW-Vorsitzende in Hessen, Thilo Hartmann. Eine landesweite Richtlinie für den Schulbau, die bauliche Standards insbesondere beim Hitzeschutz regeln würde, existiere nicht. 

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Große Unterschiede bei Investitionen in Hitzeschutz

Wie die regelmäßigen Erhebungen zu Schulbauinvestitionen zeigen, investierten die Schulträger in den letzten Jahren extrem unterschiedlich in ihre Schulgebäude. Die Spanne reiche von gut 300 Euro pro Schüler und Jahr in der Stadt Kassel bis zu 1.500 Euro im Hochtaunuskreis. „Bei den meisten Schulgebäuden besteht nach unserer Einschätzung Handlungsbedarf“, sagt Hartmann.

Handlungsempfehlungen des Landes

Nach Angaben des Kultusministeriums können die Kreise und kreisfreien Städte als Schulträger von Land und Bund unterstützt werden. „Die Schulträger können sich für bauliche Maßnahmen oder die Ausstattung von Schulen zudem von der Landesenergieagentur gezielt beraten lassen.“

Die jeweilige Schulleitung müsse entscheiden, wie mit Hitze umgegangen werde. Im Hitzeaktionsplan des Landes gebe es zudem Empfehlungen wie Trinkpausen oder das Lüften der Klassenräume am kühleren Morgen. Zum Start in das neue Schuljahr sei beim hessischen Kompetenzzentrum Gesunde Schule eine Hotline geschaltet worden.

Schülervertretung schlägt Alarm

Die hessische Schülervertretung sieht wie die GEW Defizite beim Hitzeschutz. „Berichte über stark aufgeheizte Klassenräume sind längst keine Einzelfälle mehr“, sagt Landesschulsprecher Laurenz Spies, der im Stadtschülerrat Hanau sitzt. Auch an seiner eigenen Schule habe er Temperaturen von über 35 Grad in einem Klassenraum erlebt. Vergleichbare Erfahrungen würden auch von anderen Schulen geschildert.

„Das ist aus unserer Sicht nicht nur eine Frage des persönlichen Wohlbefindens, sondern ein ernsthaftes Bildungsproblem.“ Bei hohen Temperaturen nähmen Konzentrations- und Leistungsfähigkeit ab, gleichzeitig könnten gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Kreislaufprobleme auftreten.

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Schulstart bei 34 Grad

Die Temperaturen in einem Klassenzimmer übersteigen 30 Grad

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Landesweiter Hitzecheck und Trinkwasserspender?

„Wir kritisieren deshalb, dass die derzeitigen Regelungen bei großer Hitze zu unverbindlich sind. Es braucht klare und landesweit einheitliche Vorgaben dazu, ab welchen Temperaturen welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen“, sagt Spies. Die eigentliche Lösung bestehe darin, Schulgebäude so auszustatten und zu sanieren, dass Unterricht auch während Hitzeperioden möglich bleibe.

„Dazu fordern wir unter anderem einen landesweiten Hitzecheck der Schulgebäude, ein dauerhaft finanziertes Sanierungsprogramm, besseren Sonnen- und Wärmeschutz, mehr Begrünung sowie kostenlose Trinkwasserspender an allen Schulen“, sagt Spies. Gleichzeitig dürfe Hitzefrei auf Dauer nur die Notbremse sein.

Lüftungssystem bringt kühlere Temperaturen

Die Möglichkeiten für kühlere Unterrichtsräume müssen Experten zufolge an jedem Schulgebäude individuell eruiert werden. Grünere Schulhöfe, kleinere Fensterflächen, Jalousien, Lüftungssysteme, die vor Unterrichtsstart runterkühlen, damit Kinder nicht von einer überhitzen elterlichen Wohnung in ein überhitztes Klassenzimmer müssen: All das ist denkbar. Bei Neubauten können höhere Häuser in der Umgebung oder vorhandene Baumreihen als Schattenspender genutzt werden.

Die Grundschule im Angelgarten im südhessischen Groß-Zimmern (Darmstadt-Dieburg) setzt auf ein eigenes Lüftungssystem, um die Temperaturen in den Klassenräumen zu drücken. In einem im vergangenen Winter bezogenen Neubau habe jedes Klassenzimmer und jeder Schulungsraum ein eigenes Lüftungssystem.

„Das Feedback von Lehrkräften ist sehr positiv. Es gibt ein gutes Lernklima auch was die Temperaturen angeht“, sagt Schulleiter Sebastian Albert. Mit der Anlage sei es kein Problem, auch bei Außentemperaturen von 42 Grad zu unterrichten.

Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/gewerkschaft-gew-und-schueler-vermissen-plan-beim-hitzeschutz-an-schulen-v1,gew-hitze-klassenzimmer-100.html

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