Mitglied des Ausschusses, Leon Hakobian, zeigt auf seinem Mobiltelefon einen Vorabentwurf eines Logos für eine neue jüdische Gruppierung innerhalb der rechtsextremen AfD-Partei in Deutschland während der Gründungsveranstaltung am 7. Oktober 2018 in Wiesbaden, Westdeutschland. Jüdische Mitglieder der rechtsextremen Alternative für Deutschland-Partei, oder AfD, trafen sich in der südwestdeutschen Stadt Wiesbaden, um eine jüdische Sektion innerhalb der Partei zu gründen – ein Schritt, der von anderen Juden heftig verurteilt wurde. Neunzehn Personen traten der neuen Gruppe „Juden in der AfD“ bei, wie lokale Medien berichteten. Ein führendes Mitglied der Gruppe, Wolfgang Fuhl, sagte der deutschen Nachrichtenagentur dpa, dass nur AfD-Mitglieder, die ethnisch oder religiös als jüdisch betrachtet werden, an der neuen Gruppe teilnehmen könnten.
Etwa 250 Menschen protestierten gegen die jüdische AfD-Gruppe in der nahe gelegenen Stadt Frankfurt. Trotz wiederholten Herunterspielens der Schrecken des Holocaust hat die rechtsextreme Partei einige jüdische Mitglieder gewonnen, die von ihrer Rhetorik gegen muslimische Einwanderer angezogen werden. Deutschland hat einen Anstieg antisemitischer Vorfälle erlebt, darunter eine Reihe gewalttätiger Übergriffe auf Juden durch Muslime. Die meisten Juden glauben jedoch nicht, dass die AfD zu einem „Garanten des jüdischen Lebens in Deutschland“ wird, wie es einige Parteiführer in der Vergangenheit propagiert haben. Im Gegenteil betonen sie, dass die Forderung der AfD nach einem Verbot der koscheren Schlachtung und der Beschneidung von Jungen grundsätzlich gegen ihre religiösen Traditionen verstößt und ihr Recht bedroht, in Deutschland als Juden zu leben.
Gleichzeitig herrscht unter Juden in Deutschland eine weit verbreitete Ambivalenz gegenüber den mehr als einer Million Migranten, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, von denen die Mehrheit Muslime aus Ländern wie Syrien oder dem Irak sind, mit feindseligen Einstellungen gegenüber Juden und Israel. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Joseph Schuster, hat wiederholt davor gewarnt, dass Juden ihre traditionelle Kippa in deutschen Gebieten mit großen muslimischen Bevölkerungen nicht tragen sollten.


