Politik

Nach acht Jahren: Friedberg bekommt wieder ein Kino

Nach acht Jahren: Friedberg bekommt wieder ein Kino

Acht Jahre lang gab es in Friedberg kein Kino mehr. Nun hat die Stadt den Weg für einen Neubau mit sechs Sälen freigemacht. Das Thema hatte auch durch die Pop-up-Redaktion der hessenschau neuen Schwung bekommen.

Der Stein kam durch den Hessischen Rundfunk wieder ins Rollen: Vor einem Jahr war die hessenschau-Redaktion drei Wochen vor Ort in Friedberg (Wetterau) und fragte in hunderten Gesprächen, was die Menschen vor Ort bewegt. Eins der meist genannten Themen: In Friedberg gibt es kein Kino mehr. Seitdem berichten wir regelmäßig darüber. 

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||Lena Lachnit

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Jetzt steht fest: Friedberg bekommt ein neues Parkhaus und damit verbunden auch wieder ein Kino. Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend einstimmig im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt.

„Es ist echt wunderbar, dass Friedberg einstimmig beschlossen hat, wir wollen das Kino, wir brauchen das Kino“, sagte Bürgermeister Kjetil Dahlhaus (parteilos) nach der Entscheidung.

Eigentlich sollte die Stadtverordnetenversammlung bereits vergangenen Donnerstag darüber abstimmen. Ein Antrag der CDU, unter anderem über die Parkplatzmaße, verzögerte die Entscheidung um eine Woche.

Bürgermeister: Impuls für Stadtentwicklung

Vor acht Jahren war das letzte Kino Friedbergs geschlossen worden. Hinzu kommt: Das City-Parkhaus in der Alten Bahnhofstraße gilt in Friedberg nicht nur als ausgesprochen hässlich – es ist auch seit Jahren marode und soll abgerissen werden. Zuletzt standen zwei Varianten zur Debatte: ein Parkhaus-Neubau mit Kino und einer ohne.


Das Parkhaus in Friedberg soll abgerissen und neugebaut werden.
Bild © hr, Katharina Wagner


Dass sich die Stadt nun für die Variante mit Kino entschieden hat, ist für Bürgermeister Kjetil Dahlhaus ein Meilenstein. Friedberg habe mit dem Abzug der amerikanischen Soldaten 2007 einen großen Teil seiner Kaufkraft und Infrastruktur eingebüßt, berichtet er. Das neue Kino sei ein positiver Impuls für die Stadtentwicklung.

„Wir haben das durchgerechnet und festgestellt, dass wir uns ein größeres Parkhaus mit Kino leisten können. Es bedingt sich gegenseitig und ist ein toller Belebungsfaktor“, so Dahlhaus.

Eine Machbarkeitsstudie hatte errechnet: 160.000 Besucher könnte das Kino jährlich anziehen, und damit auch deutlich mehr zahlende Gäste für das Parkhaus nebenan.

hr-PopUp-Redaktion holte Thema wieder auf Agenda

Bereits 2019 wollte die Stadt wieder ein Kino errichten, es scheiterte an einem Betreiber. Als letztes Jahr der Hessische Rundfunk für ein paar Wochen einen Schaufensterladen auf der Kaiserstraße mietete, sei klar geworden: Für die Bürger ist das Thema immer noch ein wichtiges, erinnert sich Bürgermeister Dahlhaus.

„Wir hatten die hessenschau hier vor Ort, und die haben Themen gesammelt, was hier in Friedberg alles so gewünscht wird. Da war das Kino ganz weit oben.“ 

Fragt man ein Jahr später Passantinnen und Passanten auf der Straße, ist man sich hier weitgehend einig: Die Entscheidung für ein Kino wird in Friedberg sehr positiv aufgenommen.

Rund 20 Millionen Euro Baukosten

Sechs Säle mit insgesamt 540 Sitzplätzen sind geplant. 7,7 Millionen Euro plant die Stadt für den Bau des Kinos ein, 12 Millionen Euro für den Parkhausbau, den die Stadtwerke finanzieren sollen.

Markus Erdmann, Projektleiter bei den Friedberger Stadtwerken, meint: Für den Film alleine gehe man in Zeiten von Streaming und Smartphones nicht mehr ins Kino. „Leute suchen heutzutage nicht nach dem Film an sich, sondern sie wollen moderne Bestuhlung, moderne Soundsysteme, große Leinwände, gutes Audio – man sucht mehr das Erlebnis, als den Film an sich, und in die Richtung wird das Kino gehen.“

Das Besucherpotenzial von 160.000 Menschen pro Jahr sei erst durch die hohe Sitzplatzzahl so groß, erklärt Erdmann. Je größer der Saal, desto größer der Gewinn gegenüber dem gestreamten Film, den man alleine oder im kleinen Kreis zuhause auf der Couch schaut. Zwei große Säle brauche es für die Blockbuster, in den anderen sollen künftig auch kleinere Filmproduktionen laufen.

Neues Cityparkhaus: weniger, aber breitere Parkplätze

Das neue Cityparkhaus soll rund 350 Parkplätze haben. Das sind über 200 weniger als im bisherigen Innenstadtparkhaus. Laut Projektleiter Erdmann habe man einen geringeren Bedarf festgestellt.

Dafür sollen die Parkplätze im Neubau breiter werden. Außerdem geplant sind E-Ladesäulen, eine automatische Kennzeichenerkennung und Photovoltaik-Module auf dem Dach, die auch das Kino mit Strom versorgen sollen.

Weiterer Verlauf

Machbarkeitsstudien und Kostenschätzungen sind bereits abgeschlossen. Im kommenden Monat soll eine Ausschreibung für den Kino-Betreiber veröffentlicht werden.

Für das Jahr 2027 ist das Planungsverfahren angedacht, bis Oktober 2028 soll das alte City-Parkhaus spätestens abgerissen werden. Das Kino soll dann vorrangig gebaut werden. Der gesamte Neubau soll spätestens 2031 fertig sein. 

Quelle: https://www.hessenschau.de/politik/nach-acht-jahren-friedberg-bekommt-wieder-ein-kino-v1,friedberg-kino-parkhaus-100.html

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