Nach einem Betriebsunfall bei Dillenburg ist ein Säuregemisch in die Dietzhölze gelangt. Die Stadt warnt davor, mit dem Flusswasser in Kontakt zu kommen oder sich am Ufer aufzuhalten.

Die Feuerwehr versuchte mit Sperren, eine weitere Verunreinigung der Flüsse zu vermeiden.
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00:39 Min.||Andreas Gerlach
Ein Betriebsunfall in einem Stahlwerk nördlich von Dillenburg (Lahn-Dill) hat am Mittwochabend einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Dabei sei eine noch unbekannte Menge eines Gemischs aus Salpeter- und Flusssäure in das kleine Flüsschen Dietzhölze gelangt, wie die Polizei und die Stadt Dillenburg am Donnerstag mitteilten.
Die Feuerwehr errichtete eine Sperre, um zu verhindern, dass auch die Dill verunreinigt wird, in die die Dietzhölze mündet. Die Stadt warnte davor, mit dem Flusswasser in Berührung zu kommen. Auch die Ufer sollten gemieden werden. Messungen hätten ergeben, dass keine säurehaltigen Dämpfe in die Luft gelangt seien, so die Stadt.
„Akute Gefahr“ für Gewässerökosystem
Das Regierungspräsidium sowie die untere Wasserbehörde wurden verständigt. Wie es zum Auslaufen der Säure kommen konnte, ermittelt nun die Polizei. Ein technischer Defekt an einem Rohr wird als mögliche Ursache nicht ausgeschlossen.
Verletzt wurde niemand. Wie groß der Umweltschaden ist, ist noch unklar. Doch sowohl Fluß- als auch Salpetersäure stellen nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen „eine akute Gefahr für das Gewässerökosystem dar“. Je nach Menge und Konzentration senke sich der pH-Wert des Wassers stark ab und zerstöre die Lebensgrundlage von Fischen, Kleinlebewesen wie Flohkrebsen und Algen. Die stark giftige Wirkung würde auch ein kurz nach dem Vorfall beobachtetes Fischsterben in der Dietzhölze erklären.
Um die Säuren zu neutralisieren, sei Kalkmilch in das Wasser gegeben worden. Mehrere Kanalabschnitte müssen gereinigt werden.
Auch für Menschen schädlich
Nach Angaben des Regierungspräsidiums Gießen wirkt Flußsäure akut toxisch und kann auch in geringen Mengen zu schweren Gesundheitsschäden führen. Inwiefern konkrete Gesundheitsgefahren bestanden hätten, könnten nur die Gefahrenabwehrbehörden beurteilen.
In der Dietzhölze sei der pH-Wert in der Nacht zum Donnerstag gegen 2.30 Uhr im neutralen bis leicht alkalischen Bereich gewesen. Dabei sei es auch tagsüber geblieben. Um sicherzugehen, dass keine Gefahr mehr von den Gewässern ausgehe, würden die Ergebnisse der Probenahmen von Donnerstag abgewartet werden. Diese sollen am Freitag vorliegen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/nach-unfall-in-dillenburg-saeure-gelangt-in-fluss-bewohner-sollen-ufer-meiden-v1,dillenburg-saeureunfall-100.html


