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Rheinpegel so niedrig wie in 200 Jahren nicht – Tendenz fallend

Rheinpegel so niedrig wie in 200 Jahren nicht – Tendenz fallend

Obwohl der Sommer vorbei ist, spitzt sich die Lage am Rhein weiter zu. Noch nie war der Pegel so niedrig wie jetzt. Die Fähre zwischen Kornsand und Nierstein musste ihren Betrieb einstellen, eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht.

Drohnen-Foto aus der Luft: Eine Fähre legt von einem Anleger ab, an den Seiten sind deutlich Sandbänke zu erkennen.


Historisches Niedrigwasser am Anleger der Rheinfähre in Trebur-Kornsand.
Bild © Michael Bleul


Angesichts kühlerer Tage und fast schon frostiger Nächte sind Hitzewelle und Trockenheit gefühlt ganz weit weg. Am Rhein ist die Lage aber noch dramatischer als im Sommer, wegen ausbleibender Niederschläge fallen die Pegel auf einen historischen Tiefstand.

Bei Worms, also auf Höhe von Bürstadt (Bergstraße), betrug der Pegel am frühen Donnerstagnachmittag minus 26 Zentimeter. Das ist an dieser Stelle laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde der niedrigste je gemessene Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 200 Jahren.

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00:40 Min.
|Anna Vogel

Bild © hessenschau.de|
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Ein negativer Pegel bedeutet, dass der Wasserstand unter einen festgelegten Nullpunkt am Ufer fällt. Der Pegel gibt den Abstand zu diesem Nullpunkt an und nicht zum Flussboden. Die Fahrrinne bei Worms ist bei einem Pegel von Null noch etwa 1,9 Meter tief. Der Pegel in Worms gilt als Richtpegel für die Beurteilung der Abflussvorgänge des Rheins, also für die Wassermenge, die in einer bestimmten Zeit fließt.

Fähre stellt Betrieb ein

Der Rekord-Tiefstand hat direkte Auswirkungen auf die Schifffahrt, die Fähre zwischen Trebur-Kornsand (Groß-Gerau) und dem rheinland-pfälzischen Nierstein musste ihren Betrieb am Donnerstagmorgen sogar komplett einstellen. „Ich habe um 5.30 Uhr eine Leerfahrt gemacht und konnte auf hessischer Seite nicht mehr anlegen“, sagt Fährkapitän Michael Bleul der hessenschau.

Schon am Mittwoch, als der Pegel noch drei Zentimeter höher war, habe er nur noch maximal fünf Autos pro Fahrt mitnehmen können. „Da haben sich lange Schlangen gebildet“, sagt Bleul, dem damit lukrative Einnahmen entgangen sind: Wegen einer Autobahnsperrung hätte es ein guter Tag werden können.

Auf hessischer Seite kann die Fähre nicht mehr am Anleger anlegen.


Auf hessischer Seite kann die Fähre nicht mehr am Anleger anlegen.
Bild © Michael Bleul


„So eine Sitaution noch nie gehabt“

Um zu retten, was vielleicht gar nicht zu retten ist, haben Bleul und seine Kollegen für Freitagmorgen einen Bagger bestellt, der die Anlegestelle auf hessischer Siete ausbaggern soll: „Das Problem liegt tatsächlich auf hessischer Seite, dort ist die Anlegestelle sehr flach.“ Aber auch auf der Niersteiner Seite in Rheinland-Pfalz müssten größere Steine aus dem Weg geräumt werden.

Sollte die Aktion erfolgreich verlaufen, hofft Bleul, die Fähre am Samstag wieder teilweise in Betrieb nehmen zu können. Versprechen will er aber nichts: „Seit ich hier 1999 angefangen habe, haben wir so eine Situation noch nicht gehabt.“

Pegel fallen weiter

Die Aussichten auf eine Entspannung der Lage sind schlecht. Laut Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz soll der Pegel in den kommenden Tagen noch weiter sinken, für Samstag sagt die Behörde bei Worms einen Pegel von bis zu minus 29 Zentimetern vorher, Tendenz weiter fallend.

Helfen könnte nur ausgiebiger Regen, doch auch der ist nicht in Sicht. „Der kommt wohl erst im Oktober“, sagt hr-Meteorologe Tim Gotsch. Für den September seien in für den Rhein relevanten Gebieten keine nennenswerten Niederschläge mehr zu erwarten. Am kommenden Wochenende klettern die Temperaturen sogar wieder auf bis zu sommerlich warme 28 Grad.

„Selbst wenn die Niederschläge im Oktober kommen, heißt das nicht, dass die Pegel gleich wieder steigen“, sagt Gotsch. Mit einer Entspannung am Rhein rechnet er deswegen erst Mitte Oktober. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt ist da gegenüber der hessenschau etwas optimistischer: „Mit einem Wiederanstieg der Wasserstände am Rhein ist ab Anfang Oktober zu rechnen“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Quelle: https://www.hessenschau.de/panorama/rheinpegel-so-niedrig-wie-in-200-jahren-nicht—tendenz-fallend-v1,rheinpegel-tiefstand-historisch-100.html

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