Der Pharmakonzern Biontech will bis Ende September die Möglichkeiten für einen Verkauf seiner Produktionsstandorte prüfen. Betroffen ist auch das Werk in Marburg. Ein Verkauf statt einer Schließung könnte Arbeitsplätze sichern.
Biontech baute in Marburg während der Pandemie ein Werk auf.
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Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech hat erstmals einen konkreten Zeitplan für die Suche nach möglichen Käufern für den Standort Marburg genannt. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen am Donnerstag, die Prüfung der Optionen solle bis Ende September abgeschlossen werden.
Neben Marburg betrifft dies auch die ebenfalls von Schließung bedrohten Standorte im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein sowie in Singapur. Geprüft würden sowohl Teilverkäufe als auch der Verkauf kompletter Standorte. Konkrete Interessenten nannte Biontech nicht.
Das Unternehmen hatte im Mai angekündigt, mehrere Produktionsstandorte zu schließen und weltweit bis zu 1.860 Stellen abzubauen. In Hessen sind davon rund 540 Arbeitsplätze betroffen. Seitdem ist offen, wie es mit dem Marburger Werk weitergeht.
Gewerkschaft fordert Verkauf statt Schließung
Ein Verkauf des Standorts würde den Forderungen von Betriebsrat und Gewerkschaft entsprechen. Beide setzen sich dafür ein, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hatte Biontech zuletzt mangelnde Transparenz vorgeworfen und mehr Klarheit über laufende Gespräche verlangt.
„Bevor Arbeitsplätze abgebaut und ein leistungsfähiger Standort aufgegeben werden, muss Biontech zeigen, dass wirklich alles für eine Weiterführung getan wird“, sagte Sabine Süpke, Leiterin des IG-BCE-Landesbezirks Hessen-Thüringen, Anfang August.
Hoffnung durch Interesse von Moderna
Das Marburger Werk gehört zu den größten mRNA-Produktionsstätten Europas. Biontech hatte den Standort 2020 während der Corona-Pandemie vom Schweizer Pharmakonzern Novartis übernommen und umfassend modernisiert. Mittlerweile ist die Nachfrage nach COVID-19-Impfstoff stark rückläufig.
Im Juni war bekannt geworden, dass der Pharmakonzern Moderna Interesse an den Biontech-Werken haben soll und Investitionen in Europa plant.
Die US-Konzerne Moderna und Merck & Co hatten zudem vor einer Woche gemeinsam bekannt gegeben, dass ihnen ein Durchbruch bei der Suche nach einem mRNA-basierten Impfstoff gelungen sei für die Behandlung von schwarzem Hautkrebs.
Standort Marburg unter Druck
Der traditionsreiche Pharmastandort Marburg steht derzeit unter Druck. Mehrere Unternehmen in der Region haben zuletzt Stellenabbau oder Schließungen angekündigt.

Ein Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von Biontech in Marburg (Archivbild).
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Nach Schätzungen der IG BCE könnten insgesamt bis zu 1.500 Arbeitsplätze verloren gehen. Zuletzt hatte der Standortbetreiber Innexis angekündigt, bis Ende 2028 rund 110 Stellen abzubauen.
Quelle: https://www.hessenschau.de/wirtschaft/standort-in-marburg-biontech-nennt-konkreten-zeitplan-fuer-kaeufer-suche-v1,biontech-marburg-116.html


