Kultur

Von der Biografie bis zum Literaturklassiker: So vielfältig ist Hessens Comic-Szene

Von der Biografie bis zum Literaturklassiker: So vielfältig ist Hessens Comic-Szene

Nach der Buchmesse brauchen Sie erst einmal eine Pause von langen Romanen? Lesen Sie doch stattdessen einen Comic. Ein Streifzug durch die hessische Comic-Szene zeigt: Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Auf einem Tisch liegen mehrere bunte Comicbücher sowie zahlreiche Skizzen und Zeichenentwürfe.


Es muss nicht immer das Reclam-Heftchen sein: Georg Büchners Dramen gibt es auch als Comics.
Bild © Alex Jakubowski (hr)


Was die hessische Comic-Szene zu bieten hat, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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hessenschau-Serie „Kunst und Kult“

Die fünfteilige Serie „Kunst und Kult“ begibt sich auf eine Reise durch Hessens Comic-Szene: von Kassel über Gießen und Frankfurt nach Darmstadt. Seit Montag gibt es jeden Tag eine neue Folge – um 19.30 Uhr in der hessenschau im hr-fernsehen und in der ARD-Mediathek.

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Videobeitrag


Video

04:30 Min.
||hr


Comics aus Hessen: Büchner-Werke mit Sprechblasen

Statue von Büchner und der Comiczeichner

Bild © hr


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Wer Georg Büchner hört, denkt vielleicht an eine gelbe Reclam-Ausgabe und kleine Schrift. Die Dramen des südhessischen Schriftstellers können aber auch so aussehen: mit bunten Zeichnungen und Sprechblasen.

In Andreas Eikenroths Comics ist jede Seite wie ein Bühnenbild aufgebaut. Rund acht Jahre lang hat der Bühnentechniker aus Gießen Weltliteratur in Comics in Szene gesetzt: Nach und nach hat er sich das Werk von Georg Büchner vorgenommen.

Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Comicseite mit kolorierten Zeichnungen und Sprechblasen. Zu sehen sind mehrere Figuren in einer Innenraumszene; einzelne Textfelder und Dialoge sind erkennbar.


Comic-Zeichner Andreas Eikenroth hat alle Büchner-Werke grafisch inszeniert.
Bild © hr


Mit dem Soldaten-Drama „Woyzeck“ fing Eikenroth an, inzwischen hat er auch „Lenz“, „Dantons Tod“ und „Leonce und Lena“ umgesetzt – als grafische Inszenierung, wie er sagt.

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„Leonce und Lena“, „Lenz“, „Woyzeck“ und „Dantons Tod“ von Andreas Eikenroth, zwischen 64 und 96 Seiten, erschienen im Verlag Edition 52.

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Für Fans von Biopics und Musik

Aufgeschlagenes Comicbuch mit mehreren gezeichneten Panels in dunklen Rot- und Violetttönen. Im Mittelpunkt steht eine Szene mit zwei Figuren in einem Innenraum, die sich gegenüberstehen.


Düster: der Comic „Chet Noir“.
Bild © hr


Holger Klein aus Frankfurt bezeichnet sich selbst als Musik-Junkie. Da ist es folgerichtig, dass er sich auch im Comic einem Musikthema widmet: Er hat das Leben von Jazz-Trompeter Chet Baker in Szene gesetzt. „Für ein Biopic reicht es nicht, dass jemand ein guter Musiker ist“, meint Klein. Bei Chet Baker sei aber viel los gewesen. „Er hat viel erlebt und durchgemacht.“

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03:10 Min.
|Frank Angermund/Alex Jakubowski

Bild © hessenschau.de|
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Die Drogensucht des Musikers zieht sich wie ein roter Faden durch den Comic. Am Ende stirbt die Jazz-Ikone daran. Holger Klein macht diesen Tod zum Ausgangspunkt seiner Erzählung – einem düsteren Krimi, den der Zeichner „Chet Noir“ betitelt hat.

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„Chet Noir“ von Holger Klein, 152 Seiten, erschienen im Verlag Kult Comics.

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Nahaufnahme einer Comicseite in Schwarz-Weiß. Zu sehen ist die Zeichnung eines Handwagens auf einer gepflasterten Straße vor Häuserfassaden; ein Teil der Szene wird durch einen unscharfen Vordergrund verdeckt.


Der namensgebende „Hackenporsche“ wird zum Sinnbild für soziale Unterschiede.
Bild © hr


Aus ihrem eigenen Leben erzählt Melanie Lüdtke aus Kassel in „Hackenporsche“. Zumindest nimmt sie Anleihen daraus und greift in ihrem Comic-Debüt autofiktional das Thema der sozialen Herkunft auf. Der titelgebende Einkaufstrolley dient ihr als Sinnbild für die wirtschaftliche Unterschicht, die sich kein Auto leisten kann, um die Einkäufe nach Hause zu fahren.

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03:20 Min.
|Sina Philipps/Alex Jakubowski

Bild © hessenschau.de|
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Für ihren Comic war Lüdtke im Sommer als bestes Debüt beim wichtigsten Preis der deutschen Comicszene nominiert, den Max- und Moritz-Preis des Comicsalons Erlangen. Und schon alleine das war für die 29-Jährige Auszeichnung genug. „Auf einmal standen die Leute bei meiner Signierstunde Schlange und wollten Autogramme von mir.“

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„Hackenporsche“ von Melanie Lüdtke, 240 Seiten, erschienen im Verlag Schwarzer Turm.

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Für kleine Comic-Fans

Nahaufnahme einer aufgeschlagenen Kinderbuchseite mit bunten Comic-Illustrationen. Zu sehen sind zwei gezeichnete Kinderfiguren mit ausgestreckten Armen in einem rechteckigen Bildfeld; der Hintergrund ist unscharf.


In „Shrimpie und ich“ werden Erstklässler zu Tieren.
Bild © hr


Auch Moni Port aus Frankfurt und Claudia Weikert aus Wiesbaden waren beim Max- und Moritz-Preis nominiert, allerdings in der Kategorie „Bester Comic für Kinder“: In ihrem gemeinsamen Werk „Shrimpie und ich“ geht es um die Ängste, die rund um den ersten Schultag entstehen.

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03:05 Min.
|Olga Eisenmann/Alex Jakubowski

Bild © hessenschau.de|
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Die Erstklässler sind im Comic als Tierfiguren dargestellt. Shrimpie ist eine Garnele und die Banknachbarin von Käthe, dem Alter Ego von Autorin Moni Port. Sie hat auch eigene Erfahrungen in den Comic eingebracht: „Ich selbst konnte mich an meinem ersten Schultag nicht an meinen Geburtstag erinnern“, sagt sie. Und so geht es auch einer der beiden Hauptfiguren im Comic.

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„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert, 112 Seiten, erschienen im Kibitz Verlag.

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Für Fans von bewegten Bildern

Ein Ladenraum mit gefüllten Bücherregalen an allen Wänden. Ein Mann mit grauem Kapuzenpullover sitzt hinter einer Kamera. Davor ist ein schwarz gekleideter Mann mit Basecap und Brille positioniert. Er sitzt auf einem Stuhl und lehnt sich zurück.


hr-Reporter Alex Jakubowski mit Filmemacher Benjamin Weber.
Bild © Julien Wintermeier


Naaman Wakim atmet Comics, wie er selbst sagt. Als kleines Kind hat er auf dem Flohmarkt mit seinem Vater nach Comics gesucht, sie gelesen, aussortiert und weiterverkauft. Seit mittlerweile 25 Jahren lebt er mit dem „Comic Cosmos“ in der Darmstädter Innenstadt den Traum vom eigenen Comic-Laden.

Der ist weit mehr als ein Verkaufsraum – eher eine Art Begegnungsstätte, wo Kunden auch ihre Sorgen loswerden. Man tauscht sich aus, nicht nur über Comics, auch über Privates. „Es sind Beziehungen entstanden“, so Wakim.

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03:01 Min.
|Anna Vogel/Alex Jakubowski

Bild © hessenschau.de|
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Dieses Gefühl wollte Filmemacher Benjamin Weber einfangen. „Dass man Lust bekommt, hierher zu kommen“, sagt er. Der Kinofilm „Worst Super Hero“ zeigt Naaman Wakim nicht nur im Comicladen. Auch beim privaten Elternbesuch, bei seiner Geburtstagsparty, oder auf der Suche nach seinem Idol – dem Comic-Autoren Alan Moore.

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„Worst Super Hero“ von Benjamin Weber feiert Premiere bei den 60. Hofer Filmtagen (20.-25. Oktober). Am 22. November wird er im Programmkino Rex in Darmstadt gezeigt.

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Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/von-der-biografie-bis-zum-literaturklassiker-so-vielfaeltig-ist-hessens-comic-szene-v1,comic-tipps-herbst-100.html

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