Nach der Buchmesse brauchen Sie erst einmal eine Pause von langen Romanen? Lesen Sie doch stattdessen einen Comic. Ein Streifzug durch die hessische Comic-Szene zeigt: Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Es muss nicht immer das Reclam-Heftchen sein: Georg Büchners Dramen gibt es auch als Comics.
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Was die hessische Comic-Szene zu bieten hat, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Wer Georg Büchner hört, denkt vielleicht an eine gelbe Reclam-Ausgabe und kleine Schrift. Die Dramen des südhessischen Schriftstellers können aber auch so aussehen: mit bunten Zeichnungen und Sprechblasen.
In Andreas Eikenroths Comics ist jede Seite wie ein Bühnenbild aufgebaut. Rund acht Jahre lang hat der Bühnentechniker aus Gießen Weltliteratur in Comics in Szene gesetzt: Nach und nach hat er sich das Werk von Georg Büchner vorgenommen.

Comic-Zeichner Andreas Eikenroth hat alle Büchner-Werke grafisch inszeniert.
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Mit dem Soldaten-Drama „Woyzeck“ fing Eikenroth an, inzwischen hat er auch „Lenz“, „Dantons Tod“ und „Leonce und Lena“ umgesetzt – als grafische Inszenierung, wie er sagt.
Für Fans von Biopics und Musik

Düster: der Comic „Chet Noir“.
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Holger Klein aus Frankfurt bezeichnet sich selbst als Musik-Junkie. Da ist es folgerichtig, dass er sich auch im Comic einem Musikthema widmet: Er hat das Leben von Jazz-Trompeter Chet Baker in Szene gesetzt. „Für ein Biopic reicht es nicht, dass jemand ein guter Musiker ist“, meint Klein. Bei Chet Baker sei aber viel los gewesen. „Er hat viel erlebt und durchgemacht.“
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03:10 Min.|Frank Angermund/Alex Jakubowski
Die Drogensucht des Musikers zieht sich wie ein roter Faden durch den Comic. Am Ende stirbt die Jazz-Ikone daran. Holger Klein macht diesen Tod zum Ausgangspunkt seiner Erzählung – einem düsteren Krimi, den der Zeichner „Chet Noir“ betitelt hat.

Der namensgebende „Hackenporsche“ wird zum Sinnbild für soziale Unterschiede.
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Aus ihrem eigenen Leben erzählt Melanie Lüdtke aus Kassel in „Hackenporsche“. Zumindest nimmt sie Anleihen daraus und greift in ihrem Comic-Debüt autofiktional das Thema der sozialen Herkunft auf. Der titelgebende Einkaufstrolley dient ihr als Sinnbild für die wirtschaftliche Unterschicht, die sich kein Auto leisten kann, um die Einkäufe nach Hause zu fahren.
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03:20 Min.|Sina Philipps/Alex Jakubowski
Für ihren Comic war Lüdtke im Sommer als bestes Debüt beim wichtigsten Preis der deutschen Comicszene nominiert, den Max- und Moritz-Preis des Comicsalons Erlangen. Und schon alleine das war für die 29-Jährige Auszeichnung genug. „Auf einmal standen die Leute bei meiner Signierstunde Schlange und wollten Autogramme von mir.“
Für kleine Comic-Fans

In „Shrimpie und ich“ werden Erstklässler zu Tieren.
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Auch Moni Port aus Frankfurt und Claudia Weikert aus Wiesbaden waren beim Max- und Moritz-Preis nominiert, allerdings in der Kategorie „Bester Comic für Kinder“: In ihrem gemeinsamen Werk „Shrimpie und ich“ geht es um die Ängste, die rund um den ersten Schultag entstehen.
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03:05 Min.|Olga Eisenmann/Alex Jakubowski
Die Erstklässler sind im Comic als Tierfiguren dargestellt. Shrimpie ist eine Garnele und die Banknachbarin von Käthe, dem Alter Ego von Autorin Moni Port. Sie hat auch eigene Erfahrungen in den Comic eingebracht: „Ich selbst konnte mich an meinem ersten Schultag nicht an meinen Geburtstag erinnern“, sagt sie. Und so geht es auch einer der beiden Hauptfiguren im Comic.
Für Fans von bewegten Bildern

hr-Reporter Alex Jakubowski mit Filmemacher Benjamin Weber.
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Naaman Wakim atmet Comics, wie er selbst sagt. Als kleines Kind hat er auf dem Flohmarkt mit seinem Vater nach Comics gesucht, sie gelesen, aussortiert und weiterverkauft. Seit mittlerweile 25 Jahren lebt er mit dem „Comic Cosmos“ in der Darmstädter Innenstadt den Traum vom eigenen Comic-Laden.
Der ist weit mehr als ein Verkaufsraum – eher eine Art Begegnungsstätte, wo Kunden auch ihre Sorgen loswerden. Man tauscht sich aus, nicht nur über Comics, auch über Privates. „Es sind Beziehungen entstanden“, so Wakim.
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03:01 Min.|Anna Vogel/Alex Jakubowski
Dieses Gefühl wollte Filmemacher Benjamin Weber einfangen. „Dass man Lust bekommt, hierher zu kommen“, sagt er. Der Kinofilm „Worst Super Hero“ zeigt Naaman Wakim nicht nur im Comicladen. Auch beim privaten Elternbesuch, bei seiner Geburtstagsparty, oder auf der Suche nach seinem Idol – dem Comic-Autoren Alan Moore.
Quelle: https://www.hessenschau.de/kultur/von-der-biografie-bis-zum-literaturklassiker-so-vielfaeltig-ist-hessens-comic-szene-v1,comic-tipps-herbst-100.html

