Karneval

Wetter: Hessen erlebt den heißesten Sommer seiner Geschichte

Wetter: Hessen erlebt den heißesten Sommer seiner Geschichte

Mehr als 41 Grad, wochenlange Trockenheit und so viele Hitzetote wie nie zuvor: Der Sommer 2026 hat Hessen spürbar zugesetzt. Nun zieht der Deutsche Wetterdienst Bilanz eines „exorbitanten“ Sommers.


Die Hitze hatte Hessen in diesem Sommer fest im Griff.
Bild © picture-alliance/dpa


Audiobeitrag
Bild © hessenschau.de|
zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Dieser Sommer 2026 war alles andere als gewöhnlich: Über 40 Grad Hitze im Juni, wenig Regen, Niedrigwasser am Rhein. Meteorologisch gesehen endet der Sommer an diesem Montag. Zeit für den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach, ganz offiziell Bilanz zu ziehen.

„Man kann letztendlich sagen, in der Rückschau ist dieser Sommer exorbitant“, sagt Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung des DWD. Tatsächlich bestätigen die Zahlen, was viele schon ahnten. Der Sommer 2026 war deutschlandweit der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 – übertroffen nur vom sogenannten Jahrhundertsommer 2003.

In Hessen hingegen hat er wohl auch diesen Rekord gebrochen und könnte als bislang wärmster Sommer in die Geschichte eingehen – vorerst zumindest.

Rekordsommer 2003 wird voraussichtlich übertroffen

Laut DWD steuert die Mitteltemperatur derzeit auf 19,9 Grad Celsius zu. Das entspricht einer Abweichung von +3,7 Grad gegenüber dem bisherigen Temperaturmittel. Damit liegt die Sommersaison voraussichtlich 0,1 Grad über dem bisherigen Rekordsommer von 2003.

Sommer 2026: Mitteltemperaturen - Bundesländern im Vergleich


Der Sommer 2026 in Hessen war heiß – doch in anderen Bundesländern noch heißer.
Bild © hessenschau.de


Dennoch belegt Hessen im bundesweiten Vergleich der Mitteltemperaturen lediglich Platz 6. Noch wärmer fiel der Sommer im Mittel in Berlin und Bayern (jeweils 20 Grad), Rheinland-Pfalz (20,6 Grad), Baden-Württemberg (21,1 Grad) und im Saarland (21,3 Grad) aus.

Die neue hessische Rekordtemperatur wurde bereits am 27. Juni in Bad Nauheim gemessen: 41,3 Grad Celsius. Insgesamt verzeichnete Hessen in diesem Sommer rund 28 heiße Tage mit mindestens 30 Grad und rund acht sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad.

Mehr Sonnenstunden, mehr Hitzetote

Bei den heißen Tagen liegt Hessen gemeinsam mit Bayern auf Rang vier, bei den sehr heißen Tagen allein auf Platz vier – jeweils hinter dem Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Mit rund 786 Sonnenstunden nimmt der diesjährige Sommer laut der vorläufigen Bilanz zudem einen Platz unter den fünf sonnigsten Sommern in Hessen seit 1951 ein.

Weitere Informationen

Sondersendung zur Bilanz des Hitze-Sommers

Wie widerstandsfähig ist Hessen gegen die zunehmenden Extremtemperaturen? Nach einem Sommer, der Mensch, Natur und Infrastruktur an ihre Grenzen gebracht hat, zieht der Hessische Rundfunk Bilanz und fragt zugleich nach konkreten Lösungen für die Zukunft. Die Sendung „hessenschau extra: Hitzerekorde, Hitzetote, Hitzeschäden – Bilanz eines Sommers. Und jetzt?“ ist am Montag, 31. August, 20:15 Uhr im hr-fernsehen und im Anschluss in der ARD Mediathek zu sehen.

Ende der weiteren Informationen

Eine der schwerwiegendsten Folgen: Die Zahl der Hitzetoten in Hessen lag Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge in diesem Sommer bei 2.190. Stand: Mitte August. Das seien deutlich mehr als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten in den vergangenen zehn Jahren waren bisher 2018 verzeichnet worden – damals waren es in Hessen im gesamten Jahr etwa 1.160.

Dramatisch wenig Niederschlag

Besonders dramatisch für die heimische Flora und Landwirtschaft: Der Sommer war nicht nur sehr heiß, sondern auch trocken. 126 Liter Niederschlag pro Quadratmeter verzeichneten die Meteorologen für Hessen – gerade einmal 57 Prozent des üblichen Sommerniederschlags von rund 222 Litern pro Quadratmeter.

Damit zählt der Sommer 2026 jetzt schon zu den zehn trockensten in Hessen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. „Vor allem der Juli hatte eine historische Trockenheit“, bilanziert Andreas Becker vom DWD. „Wir sind hier wirklich massiv unter dem Soll und das hat auch natürlich Folgen gehabt.“ Betroffen sei dabei vor allem der Süden Hessens gewesen.

„Eines Tages ein eher kühler Sommer“

Die großräumige Trockenheit habe indes nicht zum Ausbleiben von Unwettern geführt, betont der DWD. Dies habe sich unter anderem am Abend des 19. August gezeigt, als in Hessen sechs Tornados registriert wurden.

Der Sommer 2026 ist somit in vielerlei Hinsicht rekordverdächtig – wenn auch nicht unbedingt im positiven Sinne. Beim DWD geht man derweil davon aus, dass keiner der aufgeführten Rekorde lange Bestand haben wird. „In der Vorschau wird er wahrscheinlich eher gewöhnlich sein und wenn wir beim Klimaschutz nicht erfolgreich sind, wird es vielleicht sogar eines Tages ein eher kühler Sommer gewesen sein“, prognostiziert Becker.

Weitere Informationen

Unwetterwarnungen für Ihre Region

Bild Content-Box Unwetter Sommer

Bild © hessenschau.de


Hitze, Gewitter oder Starkregen: Die hessenschau-App schickt Ihnen Unwetterwarnungen für Ihre Region aufs Handy. Jetzt herunterladen:

Ende der weiteren Informationen

Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/wetter-hessen-erlebt-den-heissesten-sommer-seiner-geschichte-v1,hitzesommer-bilanz-deutscher-wetter-dienst-100.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert