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Wegen Epstein-Kontakten: Preisträger soll Kasseler Bürgerpreis zurückgeben

Wegen Epstein-Kontakten: Preisträger soll Kasseler Bürgerpreis zurückgeben

Vor mehr als 30 Jahren wurde Terje Rød-Larsen mit dem Kasseler „Glas der Vernunft“ ausgezeichnet. Nun soll er den Preis zurückgeben – wegen seiner Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Das Problem: Eine Aberkennung sieht die Satzung des Trägervereins nicht vor.

Vernunft ohne Verantwortung und ohne Achtung der menschlichen Würde entspreche nicht den Werten des Kasseler Bürgerpreises. Mit diesen Worten begründet der Verein einen bislang einmaligen Schritt – und stellt eine mehr als 30 Jahre alte Entscheidung infrage.

Der Verein forderte den norwegischen Diplomaten und Politiker Terje Rød-Larsen in einem Schreiben auf, den Preis zurückzugeben. Hintergrund sind dessen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

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|Daniela Möllenkamp

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Der 78-Jährige erhielt 1994 gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen norwegischen Politiker Johan Jørgen Holst das „Glas der Vernunft“. Beide wurden für ihre Rolle bei den Gesprächen zum Oslo-Abkommen zwischen Israelis und Palästinensern ausgezeichnet.

Verein sieht Anlass für Neubewertung

In einer Mitteilung des Vorstands heißt es nun: „Die veröffentlichten Unterlagen zu Jeffrey Epstein haben ein Ausmaß und eine Qualität der Verbindung zwischen Rød-Larsen und Epstein sichtbar gemacht, die eine Neubewertung der mit der Auszeichnung verbundenen öffentlichen Würdigung erforderlich machen.“

Bereits nach Bekanntwerden der neuen Erkenntnisse hatte sich der Verein im Februar mit dem Fall beschäftigt. Wie Vereinsvorstand Wilfried Sommer der hessenschau sagte, wurde er bereits im April bei einer Mitgliederversammlung diskutiert. Anschließend beschäftigte sich eine Findungskommission damit und gab eine Empfehlung ab.

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Der Kasseler Bürgerpreis „Glas der Vernunft“

Das „Glas der Vernunft“ wird in diesem Jahr zum 35. Mal verliehen. Ausgezeichnet wird der Autor und Professor für Migrations- und Bildungssoziologie Aladin El-Mafaalani. Die Verleihung findet am 27. September im Interim in Kassel statt. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.

Zu den bekanntesten Trägern des „Glas der Vernunft“ zählen unter anderem Joachim Gauck, das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude, die Journalistin Natalie Amiri sowie die Organisation Ärzte ohne Grenzen.

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Satzung kennt bisher keinen Entzug des Preises

Die Satzung des Vereins sieht bislang nicht vor, dass einem Preisträger die Auszeichnung wieder entzogen werden kann. Deshalb muss der Verein für den Fall Rød-Larsen erstmals ein eigenes Verfahren finden.

Dabei orientiert er sich an den Regeln für den Ausschluss von Mitgliedern: So wie ein Mitglied vor einem Ausschluss freiwillig austreten kann, soll Rød-Larsen den Preis zunächst freiwillig zurückgeben.

Tut er das nicht, will der Verein über eine Aberkennung entscheiden. Rød-Larsen wurde aufgefordert, den Preis bis zum 30. September zurückzugeben. Laut einem Bericht der HNA will er der Aufforderung nachkommen.

Epstein soll Kindern Millionen vermacht haben

Die norwegische Justiz ermittelt bereits seit Anfang des Jahres. Rød-Larsen und seine Frau, die norwegische Top-Diplomatin Mona Juul, sollen jahrelang enge Kontakte zu Epstein gehabt haben – auch nach dessen Verurteilung.

Außerdem sollen die beiden Kinder des Paares laut Epsteins Testament jeweils fünf Millionen Dollar erhalten. Der Sexualstraftäter soll das Dokument erst kurz vor seinem Tod unterschrieben haben.

Juul war deshalb Anfang Februar zurückgetreten. Gegen sie wird wegen Korruption ermittelt, gegen ihren Mann wegen Beihilfe.

Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/wegen-epstein-kontakten-preistraeger-soll-kasseler-buergerpreis-zurueckgeben-v1,glas-der-vernunft-rueckgabe-epstein-100.html

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